Informationen über: Trockene Ausleitung

ausleitungAus der Volksmedizin stammt die Vorstellung, dass bei Krankheiten “üble Säfte” durch den Körper zirkulieren und daß sie den Körper verlassen müssen, damit er gesund werden kann.

Der Weimarer Gynäkologe und Kliniker Bernhard Aschner (1883 – 1960) hat die alten ausleitenden Verfahren in den 20er Jahren in seine Konstitutionstherapie übernommen und auch nach seiner Emigration nach Amerika in Arthritis-Polykliniken angewandt.

Zu den ausleitenden Verfahren zählt unter anderem das Schröpfen. Man unterscheidet hier das blutige und unblutige Schröpfen. In unseren Praxen wird nur das unblutige Schröpfen angewendet, um Risiken auszuschalten, die den Patienten nur belasten und den Behandlungserfolg mindern würden.

Beim unblutigen bzw. trockenen Schröpfen werden die Schröpfköpfe (Glasglocken) auf die Haut gesetzt und luftleer gepumpt. Das Vakuum saugt die Haut in die Glasglocke, sie verfärbt sich rot bis blaurot und bildet somit heilungsfördernde Reizstoffe.

Die meisten, und vor allem die wichtigsten Schröpforte befinden sich am Rücken des Patienten. Wenn man den Rücken eines Kranken abtastet, stößt man auf schmerzhafte Areale (gilt nicht für orthopädische Leiden, bei denen Rückenschmerzen aufgrund falscher statischer Belastungen oder Bandscheibenzerstörungen auftreten). Diese Areale findet man auf Fingerdruck auch bei inneren Erkrankungen. Dies liegt zunächst daran, dass jedem Organ auf dem Rücken ein Haut/Unterhautbezirk zugeordnet ist.

Die Trockenschröpfung wird bei chronischen, schwächenden Zuständen angewandt. Zu letzteren gehören zunächst alle Durchblutungsstörungen von Extremitäten oder von Hautunterhautbezirken, welche auf einen Mangel von Blutzufuhr herrühren. Weitere Anwendungsgebiete sind bei Migräne, Verstopfung, klimakterische Beschwerden, Störungen im Bereich des Magens, Asthma, Schmerzen im Nierenlager, Galle-Leber-Beschwerden usw.
Ein weiteres Ausleitungsverfahren ist die Klassische Heilmassage. Der direkte manuelle Kontakt mit dem Patienten stellt eine der ältesten Therapieformen in der Geschichte der Medizin dar.
Vom Prozess der Massage werden vorwiegend drei Gewebearten unmittelbar erfasst: die Haut (sie ist Sinnesorgan, Stützorgan und Ausscheidungsorgan), das Unterhautbindegewebe und die Muskulatur mit dem Bandapparat.

Eine große Zahl von Substanzen (überwiegend Säuren bzw. deren Salze), die im Sinne des Stoffwechselgeschehens anfallen, werden im Bindegewebe (vor allem im Unterhautbindegewebe), unserer persönlichen “Mülldeponie”, abgelagert. Die Haut wird hart, unverschieblich und schmerzhaft. Die Durchblutung ist somit gestört.

Erst durch eine optimale Durchblutung, die man durch die Klassische Heilmassage erreicht, ist das in seiner Funktion beeinträchtigte Gewebe wieder im Stande, sich zu regenerieren. Nährstoff- und sauerstoffreiches Blut kann zugeführt werden, ebenso Enzyme und Abwehrkörper. Das stoffwechselendprodukt- und schlackenstoffreiche Blut kann besser abtransportiert werden.

Als Schmerztherapie hat die Heilmassage nach wie vor ihren Hauptstellenwert bei akuten sowie bei chronischen, nichtentzündlichen Erkran-kungen verschiedener Ursachen.

In der manuellen Behandlung ist der direkte Kontakt mit dem Patienten wie in keiner anderen Therapieform gegeben. Dies gibt dem Patienten auch Gelegenheit, nicht nur über physische Schmerzen, sondern auch über den psychischen Schmerz zu sprechen.

Die Klassische Heilmassage hat in diesem Jahrhundert wieder einen sehr bedeutenden Stellenwert errungen. Aus diesem Grund haben wir die klassische Heilmassage in unser Behandlungskonzept aufgenommen.